Preise und Auszeichnungen für PC-Spiele, Konsolenspiele, Lernspiele und Lernsoftware

Die "Gesellschaft für Pädagogik und Information e.V." (GPI), wissenschaftliche Fachgesellschaft für Multimedia, Bildungstechnologie und Mediendidaktik, verleiht seit 1995 "Comenius-Auszeichnungen". Mit der Stiftung der Comenius-Auszeichnung fördert die GPI im vierten Jahrzehnt ihres Wirkens vor allem pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch herausragende didaktische Multimedia-Produkte und eurokulturelle Bildungsmedien. Die Comenius-Auszeichnungen sind Ehren-Preise und in der Regel nicht mit einer finanziellen Zuwendung für Preisträger verbunden.
Besondere Anreize für die Entwicklung hochwertiger kulturell und pädagogisch wertvoller Spiele wollen die Ausrichter des Deutschen Computerspielpreis setzen. Der von den Branchenverbänden BIU e.V. und G.A.M.E. e.V. gemeinsam dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, getragene Preis ist eine Initiative der deutschen Politik und Wirtschaft. In 7 Kategorien werden herausragende deutsche Spieleproduktionen ausgezeichnet. Mit ihrem Beitrag zum Deutschen Computerspielpreis fördert die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft in Zusammenarbeit mit einer unabhängigen Jury ein abwechslungsreiches Angebot innovativer, unterhaltsamer und lehrsamer Spiele „Made in Germany“. Der Deutsche Computerspielpreis wurde erstmals am 31. März 2009 verliehen und ist mit insgesamt 385.000 Euro dotiert.
Deutscher Computerspielpreis: www.deutscher-computerspielpreis.de
Der Deutsche Entwicklerpreis wird seit 2004 für die Entwicklung von erfolgreichen deutschen PC-Spielen und anderer digitaler Unterhaltungssoftware vergeben. Eine aus knapp 30 Personen bestehende Jury trifft eine Vorauswahl aus allen in Deutschland produzierten Mobile-, Konsolen- und PC-Spielen und stellt diese dem Publikum zur Wahl. Die Kategorien sind in Publikums- und Jury-Kategorien etwa im Verhältnis 2/3 zu 1/3 aufgeteilt. Aktuell werden 23 Preise vergeben, davon 10 Fach-, 4 Spezial- und 9 Publikumspreise. Der Zeitraum für die Wahl der Publikumskategorien beträgt etwa sechs Wochen und wird online in Kooperation mit verschiedenen Medienpartnern durchgeführt.
Deutscher Entwicklerpreis: www.deutscher-entwicklerpreis.de
Der Deutsche Bildungssoftware-Preis "digita" vom "Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft" wird jährlich auf der Bildungsmesse vergeben. Die Veranstalter des Preises wollen die inhaltlich und formal wertvollste Bildungssoftware im deutschsprachigen Raum auszeichnen. Sie geben damit einen Anreiz, Software mit hoher Qualität für alle Bereiche des Lernens zu entwickeln. Es sollen zugleich Maßstäbe gesetzt werden, an denen sich der Markt – Käufer und Anbieter – orientieren kann.
Mit der GIGA-Maus zeichnet die Zeitschrift „Eltern for family“ seit 1998 jährlich empfehlenswerte Softwareangebote für Kinder, Jugendliche und die ganze Familie aus. Seit 2001 wird sie dabei vom Computerhersteller Hewlett Packard (hp) unterstützt, um kreativitätsfördernde PC-Games, Lernprogramme und Onlineangebote mit Preisen zu ehren. Eine unabhängige Fachjury aus Pädagogen, Fachjournalisten, Schülern sowie Vertretern der Hardware-Industrie bewertet die eingereichten Programme, die einem speziell entwickelten Kriterien-Katalog unterzogen werden.
Giga-Maus: www.gigamaus.de - vergeben von: Eltern for Family
Thomas Feibel ist der führende Journalist in Sachen Kinder und Computer in Deutschland. Der Medienexperte leitet das Büro für Kindermedien in Berlin und publiziert für Spiegel Online, Die Zeit, spielen und lernen, Familie & Co, c´t und viele andere. Einen Namen machte er sich unter anderem mit dem etablierten Standardwerk Der Kinder-Software-Ratgeber, der von 1996 bis 2003 jährlich in Buchform erschien und seitdem stetig online weitergeführt wird. Längst haben sich Feibels berühmte Mäuse als Gütesiegel etabliert, die höchste Auszeichnung sind sechs Mäuse. Seit 2002 verleiht Thomas Feibel als Co-Initiator zusammen mit der Elternzeitschrift „spielen und lernen“ den deutschen Kindersoftwarepreis TOMMI.
Kinder-Software-Ratgeber: www.feibel.de
Mit dem pädagogisch fundierten Interaktiv-Preis Pädi werden multimediale Produkte für Kinder und Jugendliche prämiert. Es werden On- und Offline-Angebote gewürdigt, die in einem fundierten Auswahlverfahren das Prädikat "pädagogisch wertvoll" erhalten haben - von Kindern, Jugendlichen, Eltern, pädagogisch Tätigen und Experten. Bundesweit einzigartig in seiner Konzeption basiert der Pädi im Unterschied zu vielen anderen Preisen, die entweder auf die künstlerische Komponente, die technischen Details oder die curricularen Lerninhalte Bezug nehmen, zu einem wesentlichen Teil auf praktischen Erfahrungen im Einsatz der multimedialen Produkte. Dabei nimmt der Pädi v.a. die kommerziell orientierten Multimedia-Angebote aus pädagogischer Sicht unter die Lupe. Mit der Auszeichnung werden Produkte und Produzenten anerkennend hervorgehoben, die sich um qualitätsvolle Spiel- und Lernprogramme für Kinder und Jugendliche bemühen.
Die Alterseinstufungen der PEGI, sichtbar auf den Produktverpackungen, dienen als Orientierungshilfe für Eltern, Erzieher und andere Interessierte. Pan European Game Information (PEGI) ist das europaweite Alterseinstufungssystem für Computerspiele. PEGI wurde als einheitliches europäisches System entwickelt, um die Uneinheitlichkeit zwischen den Software-Einstufungssystemen verschiedener Länder zu beseitigen. Das System wurde im April 2003 in den europäischen Ländern eingeführt und ersetzte dort die bisherigen freiwilligen Einstufungssysteme. Im Gegensatz dazu werden von PEGI nur Empfehlungen für die Käufer und Eltern ausgesprochen, die Einstufungen sind in Deutschland nicht verbindlich. In Deutschland sind nach wie vor die im Jugendschutzgesetz verankerten Alterseinstufungen der USK verbindlich vorgeschrieben. Seit Juli 2009 gibt es neue PEGI-Symbole, welche sich farblich unterscheiden (Grün für 3+ und 7+, Gelb für 12+ und 16+, Rot für 18+).
spielbar.de ist die Plattform der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Computerspiele, informiert über Computerspiele und erstellt pädagogische Beurteilungen. Pädagogen, Eltern und Gamer sind eingeladen, ihre eigenen Beurteilungen, Meinungen und Kommentare zu veröffentlichen. spielbar.de fördert zu den Austausch zwischen Spielenden und Nicht-Spielenden und hilft Eltern und pädagogisch Verantwortlichen beim Einstieg in das Thema und stellt Tipps und Materialien für Alltag und pädagogische Praxis bereit.
Der Verein ComputerProjekt Köln e. V. hat mit Förderung des Landes NRW und in Kooperation mit Partnern aus Pädagogik, Forschung und Jugendmedienschutz einen Ratgeberservice zu Computer- und Konsolenspielen für Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen eingerichtet. Der Ratgeber ist eine pädagogische Ergänzung zur gesetzlichen Alterskennzeichnung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und thematisiert das Thema Computer- und Konsolenspiele in erster Linie unter medien- und bildungspädagogischen Gesichtspunkten.
Spieleratgeber NRW: www.spieleratgeber-nrw.de
TOMMI, der deutsche Kindersoftwarepreis widmet sich der Bewertung und Anerkennung von innovativen und herausragenden Kindersoftware-Titeln, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf den Markt kommen. Der TOMMI macht gute Apps, Computer-, Online- und Konsolenspiele einem größeren Publikum bekannt und verschafft den Eltern einen Überblick im Spiele-Dschungel. Der TOMMI bindet knapp 2000 Kinder in die Jurytätigkeit mit ein, erzieht so zum kritischen Umgang mit Apps, Computer-, Online- und Konsolenspielen und fördert nachhaltig die Medienkompetenz. Der TOMMI präsentiert qualitativ hochwertige Spiele, schützt vor Spielinhalten, die für Kinder nicht geeignet sind und hilft Eltern, ihre Kinder im Medienzeitalter zu fördern und zu begleiten. Herausgeber sind die Zeitschrift für Eltern und Kinder "spielen und lernen" aus dem Family Media Verlag und das Büro für Kindermedien FEIBEL.DE in Berlin. Unterstützt wird die Auszeichnung 2012 von der Stiftung Lesen, ZDF tivi, der Frankfurter Buchmesse und dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv). Prämiert werden insgesamt je drei Produkte. Der Preis wird seit 2002 jährlich auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.
Deutscher Kinder-Software-Preis "Tommi": www.deutscherkindersoftwarepreis.de
Die Alterseinstufungen der USK, sichtbar auf den Produktverpackungen, dienen als Orientierungshilfe für Eltern, Erzieher und andere Interessierte. Die USK-Prüfung besteht im wesentlichen in der Untersuchung aller Spielelemente in ihrem Zusammenhang mit emotionalen Anforderungen durch die Übernahme der Spielerrolle. Es entsteht die Aussage über eine Schadensbegrenzung vor befürchteten Wirkungsrisiken für Altersgruppen, die aufgrund der Erfahrungen der Gutachterinnen und Gutachter, der öffentlichen Meinungsbildung, wissenschaftlicher Veröffentlichungen und nicht zuletzt mit Blick auf gesetzliche Grundlagen angenommen werden. Die Freigaben der USK sind verpflichtende Alterseinstufungen, die sowohl auf der Verpackung des Spiels als auch auf dem Datenträger deutlich erkennbar abgedruckt sein müssen. Die Altersstufen sind im JuSchG in §14, Absatz 2 festgeschrieben. Gemäß JuSchG darf Jugendlichen in der Öffentlichkeit ein Spiel nur dann zugänglich gemacht werden, wenn es für die entsprechende Altersstufe freigegeben und gekennzeichnet ist.

 


Copyright © 2002-2013 Dipl.-Psych. Dr. Haug Leuschner
Stand: 17. November 2013